KI ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein zentrales Werkzeug, um Betrieb und Infrastruktur effizienter, zuverlässiger und ressourcenschonender zu gestalten. Ein wichtiges Anwendungsfeld ist die vorausschauende Instandhaltung. Anstatt reaktiv oder nach festen Intervallen zu warten, ermöglichen KI-basierte Systeme eine zustandsabhängige Wartung. Sensoren überwachen kontinuierlich Anlagen wie unterbrechungsfreie Stromversorgungs-Systeme (USV), Klimageräte oder Leistungsschalter und erkennen frühzeitig Abweichungen vom Normalbetrieb. Studien zeigen, dass die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) die Instandhaltungskosten um 25 bis 35 Prozent reduzieren und die Ausfallzeiten um fast 45 Prozent verringern kann. ABB bietet in diesem Bereich digitale Services im Rahmen von ABB Ability, die Betriebsdaten analysieren und Empfehlungen zur Optimierung liefern.
Auch digitale Zwillinge kommen verstärkt zum Einsatz. Sie bilden Systeme oder ganze Rechenzentren virtuell ab und erlauben Simulationen, beispielsweise zur Optimierung des Luftstroms oder zur Stromverteilung bei Ausfallszenarien. KI kann solche Modelle nutzen, um Potenziale aufzuzeigen oder Erweiterungen zu planen. Parallel dazu arbeitet die Branche an standardisierten digitalen Produktpässen, die Integration und Automatisierung in Zukunft erleichtern sollen.
Zukunftssichere Lösungen entstehen nicht durch Einzeltechnologien, sondern durch das Zusammenspiel aller Komponenten – von der Energieverteilung über Schutz- und Schalttechnik und unterbrechungsfreie Stromversorgungen bis hin zu digitalem Monitoring und Energiemanagement. Quelle: ABB AG