In zehn Stunden umgerüstet

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In zwei Gas-Terminals an der Nordseeküste installierte ABB ein neues Sicherheitssystem zur Detektion von Feuer und Gas (F&G). Zudem wurde eine Anlage auf die aktuelle Version des 800xA-Leitsystems umgerüstet – in nur zehn Stunden.

An den Terminals in Zeebrügge und Dünkirchen wird Gas aus der Nordsee in die Festlandnetze von Belgien und Frankreich eingespeist. Dabei hat die Sicherheit der Mitarbeiter, der Umgebung und der Anlagen oberste Priorität. Der Betreiber, die norwegische Gasnetzgesellschaft Gassco, setzt jetzt auf ein sicherheitsgerichtetes Leitsystem von ABB.

Das Nordseegas strömt durch die Zeepipe von der Sleipner-Plattform nach Zeebrügge und durch die Franpipe von der Draupner-Plattform nach Dünkirchen. An beiden Terminals wird das ankommende Gas entspannt und mit einem Ausgangsdruck von ungefähr 70 bis 80 Bar an die Gas-Verteilnetze von Fluxys in Belgien und GRTgaz in Frankreich abgegeben.

Im Jahr 2012 hat Gassco die beiden Standorte mit einem neuen Sicherheitssystem zur Detektion von Feuer und Gas (F&G) ausgestattet. „Das System musste sowohl den gesetzlichen als auch unseren strengen internen Vorgaben entsprechen“, sagt Wim Vande Vyvere, Maintenance Manager in Zeebrügge. „Zudem durfte es keinen unplanmäßigen Shutdown vor, während und nach der Inbetriebnahme geben.“ Angesichts dieser Anforderungen hat Gassco ein ABB-System mit AC800M HI-Controller und S800 HI-I/O-Schränken mit zusätzlichen Servern für die Ankoppelung der Controller an das vorhandene 800xA-Leitsystem gewählt. ABB war für Planung, Designspezifikation, Schrankbau, Dokumentation, SafetyEngineering, Factory Acceptance Test (FAT), Montage, Online-Umschluss und Inbetriebnahme verantwortlich.

Das Sicherheitssystem von ABB schützt Mitarbeiter, Anlagen und die Umwelt.
Das Sicherheitssystem von ABB schützt Mitarbeiter, Anlagen und die Umwelt.
„Die Lösung bot Gelegenheit, ein intelligentes Gesamtsystem zu installieren.“

Das neue Sicherheitssystem haben die Gassco-Mitarbeiter und die ABB-Experten Schritt für Schritt im laufenden Betrieb eingeführt. „ABB zeichnet sich durch viel Expertise bei der Umsetzung von Systemen gemäß IEC 61511 aus“, sagt Wim Vande Vyvere. „Außerdem bot ihre Lösung die Gelegenheit, ein integriertes Gesamtsystem zu installieren; von der Prozesssteuerung über das Sicherheits- bis hin zum Visualisierungssystem.“ Für die Konfiguration der Sicherheitsfunktionen hat Gassco eine Bibliothek nach Norsok-Standard für Feuer und Gas-Anwendungen gefordert, die für den AC800M HI-Controller verfügbar ist.

Aufbauend auf den guten Erfahrungen hat Gassco im Jahr 2013 erneut ABB beauftragt, um in Zeebrügge das 800xALeitsystem des Terminals auf die aktuellste Softwareversion und die neueste ESX-Technologie mit virtualisierter Serverarchitektur zu migrieren. Die besondere Herausforderung der Migration bestand darin, den Stillstand der für die Gasversorgung Belgiens wichtigen Anlage so kurz wie möglich zu halten. Durch intensive Vorbereitung konnte ABB innerhalb von nur zehn Stunden auf das neue 800xA-System umrüsten. „Der enge Zeitplan wurde eingehalten. Durch die gute Vorbereitung des Projektteams mit ABB- und Gassco-Spezialisten verlief die Inbetriebnahme reibungslos“, sagt Wim Vande Vyvere. „Unsere hohen Erwartungen wurden voll erfüllt.“

Gassco

Der Gasnetzbetreiber Gassco transportiert Nordseegas vom norwegischen Kontinentalschelf nach Europa. Dazu unterhält das 2001 gegründete norwegische Staatsunternehmen unter anderem fast 8.000 km Offshore-Rohrleitungen und -Plattformen, Aufbereitungsanlagen sowie Gasterminals in vier Ländern. Gassco beschäftigt rund 320 Mitarbeiter.

Weitere Infos: www.gassco.no