Da sein, wenn’s brennt

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Mit 268.000 MWh Strom aus 525.000 t Abfall pro Jahr gehört die Thermische Restabfallvorbehandlungsanlage (TRV) Buschhaus zu den größten ihrer Art in Deutschland und versorgt rund 78.000 Haushalte im östlichen Niedersachsen mit Elektrizität. Acht benachbarte Landkreise liefern ihren Abfall in Helmstedt an. Betreiber der Anlage ist die EEW Energy from Waste Helmstedt GmbH. Zwei der drei Verbrennungslinien der TRV Buschhaus sind mit analytischer Messtechnik von ABB ausgestattet. In einer Abfallverbrennungsanlage kommt den Flammenionisationsdetektoren (FID) besondere Bedeutung zu. An jedem Kessel messen sie den Anteil von Kohlenwasserstoffen, der beim Verbrennungsprozess entsteht und in die Atmosphäre gelangt. Die Gewerbeaufsicht verlangt einen kontinuierlichen Onlinezugriff auf diese Werte, um zu prüfen, ob die Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingehalten werden. „Wenn die Gewerbeaufsicht über mehrere Stunden oder Tage hinweg wegen des Ausfalls eines FID keine Messwerte abrufen kann, muss die betroffene Verbrennungslinie ihren Betrieb vorübergehend einstellen“, erklärt Markus Bussmann, Lead-Ingenieur im Service für Analysentechnik bei ABB. Ein längerer Defekt eines FID und der daraus resultierende Stillstand der Anlage bedeuten für den Betreiber einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Bereit zu handeln

Dieser unerwünschte Fall ist am Verbrennungskessel der Linie 3 eingetreten, die bisher nicht von ABB ausgestattet worden war. Der FID fiel aus, doch der Anbieter, der die dortige Analysentechnik installiert hatte, war nicht in der Lage, ihn zu reparieren oder ein Ersatzgerät bereitzustellen. Ein ABB-Serviceteam, das zum Zeitpunkt des Ausfalls aufgrund eines Wartungstermins vor Ort war, erfuhr von der misslichen Situation des Betreibers und nahm sich des Falles an. Innerhalb weniger Stunden bauten die Techniker von ABB gemeinsam mit dem Repair Center in Frankfurt ein Gerät der Gasanalyseserie Advance Optima 2000, bestehend aus Elektronik, Gehäuse, Bedieneinheit und Analysemodul, zusammen und konfigurierten den FID entsprechend den Kundenbedürfnissen hinsichtlich Messaufgabe und Gasversorgung. Anschließend erfolgten die Funktionsprüfung mittels elektrischer Tests und die Endkontrolle mit Prüfgasen.

16 Stunden bis zur Lösung

Bereits am nächsten Morgen konnte das Serviceteam das FID-Leihgerät in der betroffenen Verbrennungslinie einbauen. Parallel erhielt der Kunde ein Angebot für ein Neugerät. Innerhalb von nur 16 Stunden lieferten die ABB-Mitarbeiter einen auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmten Gasanalysator. Das schnelle Handeln bedeutete einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit der TRV Buschhaus.