Es walzt und walzt und walzt ...

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Am Standort Nachterstedt produziert die Novelis Deutschland GmbH hochwertige Aluminiumbleche und -bänder für die Automobil- und Verpackungsindustrie. In mehreren Schritten hat ABB das Automatisierungssystem bei laufender Produktion modernisiert. Zuletzt war die Antriebstechnik für die Glüh- und Lackieranlage sowie für die Beschichtungsanlage an der Reihe.

Stillstehende Fertigungsanlagenbedeuten für Unternehmen Produktionsausfälle und finanzielle Einbußen. Bei Wartungs- oder Modernisierungsmaßnahmen ist es daher oberstes Ziel, Anlagenstillstände gänzlich zu vermeiden oder so kurz wie möglich zu halten. Dieser Anspruch gilt auch bei der Novelis Deutschland GmbH an ihrem Standort Nachterstedt in Sachsen-Anhalt. Mit ABB verbindet das Unternehmen eine langjährige Partnerschaft. Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten arbeiten beide Firmen bei der elektro- und automatisierungstechnischen Ausrüstung des Aluminiumwalzwerks zusammen.

Der erste Auftrag aus dem Jahr 1994 sah vor, die komplette elektrische Ausrüstung für die neu errichtete Glüh- und Lackieranlage (GLA) sowie für eine Längsteilanlage zu installieren. Die Herausforderung lag seinerzeit vor allem im Umfang der Lieferungen, die sich von der Mittelspannungseinspeisung über die Installation eines Automatisierungssystems vom Typ Advant Master mit 18 Controllern MP200 RMC bis hin zu allen Antrieben der Produktionsstraße erstreckten.

Modernisierung in mehreren Schritten

Die schrittweise Modernisierung des Automatisierungssystems begann im Jahr 2000. Unter anderem wurden die Controller der ersten Stunde durch solche der Modellreihe Advant ersetzt. Controller vom Typ AC450 RMC lösten die 18 alten MP200 RMC nach und nach ab. 2008 erhielt ABB den Auftrag, die CanEnd-Stock-(CES)-Anlage elektrisch auszurüsten, in Betrieb zu nehmen und in die GLA zu integrieren. Das Leitsystem 800xA ersetzte das bisherige System Advant und ermöglichte es, die vorhandenen Controller der GLA vom Typ MP200 RMC und AC450 RMC ohne Änderungen zu behalten sowie die CES mit acht Hochleistungscontrollern AC800 PEC und 79 Frequenzumrichtern ACS800 auszurüsten.

Nahtlose Integration

„Solche Umfänge bedeuten für jede Projektabteilung bei Engineering, Lieferung und Inbetriebnahme eine enorme Herausforderung“, erinnert sich Erich Eberle, Leiter des Bereiches Metals bei ABB Automation. „Aufgrund der Erfahrung und der technischen Expertise unserer Spezialisten gelang es, das Projekt im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen und zur Zufriedenheit des Kunden abzuwickeln.“ Dank der Flexibilität des Leitsystems 800xA arbeiteten zeitweise drei Controller-Generationen zusammen: der MP200 RMC, der AC450 RMC und der AC800 PEC. Die Integration verschiedener Modellreihen ist die Voraussetzung dafür, die Automatisierungstechnik über mehrere Jahre hinweg Schritt für Schritt modernisieren zu können.

Ende 2013 modernisierte ABB die Antriebstechnik der Beschichtungsanlage. Frequenzumrichter vom Typ ACS880 ersetzten ältere Modelle, ein Controller AC800 PEC löste fünf APC-Controller ab. Die vorhandenen Antriebsparameter und spezifischen Funktionen der Beschichtungsanlage ließen sich im Rahmen der Softwareerstellung auf den AC800 PEC übertragen, die Applikationssoftware konnte direkt übernommen werden. Zusätzlich installierte S800-I/O-Module erfassten die Ein- und Ausgabesignale, während die Techniker die Schnittstellen zu den Controllern der älteren Generation AC450 RMC und zu den externen Auswertesystemen neu realisieren mussten. Alle Elemente ließen sich nahtlos in das bestehende Leitsystem 800xA integrieren.

Zu Beginn des Jahres 2014 war schließlich die Modernisierung eines Teils der Antriebstechnik für die GLA an der Reihe. Auch hier kamen moderne Frequenzumrichter der Serie ACS880 zum Einsatz. Abermals ersetzten Controller vom Typ AC800 PEC die alten APC-Antriebscontroller. Sämtliche neue Bauteile fügten sich erneut einwandfrei und nahtlos in das vorhandene Leitsystem 800xA ein.

 

Umfassender Service

Nur die regelmäßige Modernisierung von Fertigungsanlagen hält Produktivität und Qualität dauerhaft auf höchstem Niveau. Es gehört daher zum Selbstverständnis von ABB, nicht nur leistungsfähige Automatisierungstechnik zu installieren, sondern auch den gesamten Lebenszyklus einer Produktionsanlage im Blick zu behalten. Im vergangenen Jahr schlossen Novelis und ABB daher einen langfristigen, maßgeschneiderten Servicevertrag, der Novelis einen Telefonsupport rund um die Uhr garantiert und ABB einen Remotezugang zum System 800xA ermöglicht. So können Servicespezialisten Störungen innerhalb kürzester Zeit vom Standort Ratingen aus beheben und müssen nicht in Nachterstedt vor Ort sein. Im Rahmen der Lifecycle-Strategie wird Novelis zudem immer rechtzeitig informiert, wann welche Produkte nicht mehr hergestellt werden und wann die Ersatzteilversorgung endet. Mit dieser Kombination aus fachlichem Know-how und umfangreichem Serviceangebot sichert ABB die Verfügbarkeit der Automatisierungs- und Antriebstechnik bei Novelis.