Kommandobrücke für die Zukunft

Like
Bookmark

Insgesamt 22 jeweils 60 Zoll große Monitore zieren die neue, hochmodern gestaltete Leitwarte des Müllkraftwerks Schwandorf. Damit ist der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) bestens gerüstet für die Zukunft. ABB hat die bestehende Leittechnik mit seinem Leitsystem Symphony Plus auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Eine Mannschaft mit 55 Mitarbeitern in fünf Schichten arbeitet heute auf der neuen Kommandobrücke an ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen. Da auf der Bedien- und Beobachtungsebene nun etwa 140 Anlagenbilder überwacht werden müssen, kam erstmals auch ein sogenanntes Massendatendisplay zum Einsatz, das in konzentrierter Form einen schnellen Überblick über alle wesentlichen Anlagendaten ermöglicht. Um die Anlage auch künftig zuverlässig und sicher betreiben zu können, wurde für die weitere kontinuierliche Betreuung ein Servicevertrag bis 2020 abgeschlossen. Im Rahmen dieses Power-Generation-Care-Vertrages laufen noch Gespräche über erweiterte Serviceleistungen, etwa über IT-Sicherheits-Leistungen und Cybersecurity-Leistungen oder über ein automatisches Patchmanagement.

Herzstück der neuen Kraftwerksleittechnik ist das ABB-Automatisierungssystem, bestehend aus der Bedienoberfläche S+ Operations, den AC870-P Melody-Controllern sowie S800-I/Os und AC800M HI-Controller für das Fail-Safe-System. Auch Teile der Elektrotechnik wurden mit ABB-Produkten ausgerüstet. Neben 40 Schutzgeräten der Relion-Familie REF630 wurden weitere Komponenten wie RIO600 zur Signalerfassung eingebaut, die über IEC61850 Protokoll mit der eingesetzten Leittechnik kommunizieren.

„Das Projekt hatte einen sehr hohen Stellenwert beim ZMS, da der sichere Anlagenbetrieb direkt von der Leistungsqualität der Leittechnik abhängt. Das einheitlich durchgängige Leitsystem Symphony Plus hat neben der Reduzierung der Ersatzteilbevorratung und des Schulungsaufwandes für nur ein System auch den Vorteil, dass durch die Minimierung der Blackboxes das Handling verschiedener Engineering-Tools und -Komponenten wegfällt,“ sagt Bruno Weiß, Leiter Elektro- und Leittechnik beim ZMS. Der Automatisierungsaustausch der vier Ofenlinien konnte kosteneffizient innerhalb der geplanten Stillstandszeiten im Rahmen der jährlichen Revisionen erfolgen. Der Austausch der Automatisierung in den Funktionsbereichen Rauchgasreinigungsanlagen und Wasseraufbereitung wurde im laufenden Anlagenbetrieb realisiert.