Schneller Zugriff auf Störschriebe

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In München sorgen die Techniker vom Schutzteam der Stadtwerke München dafür, dass in der Millionenmetropole das Verteilnetz reibungslos funktioniert. Sie empfangen Alarmmeldungen aus insgesamt 40 Umspannwerken im Stadtgebiet und sammeln die zugehörigen Störschriebe. Bis vor drei Monaten machten sie dies manuell. „Wenn eine Meldung einging, fuhren wir direkt zum Umspannwerk, um vor Ort Störschriebe mit dem Laptop aus den betroffenen Schutzgeräten auszulesen und auszuwerten, da wir den genauen Auslöser für den Alarm nicht kannten“, erklärt Klaus Ciecior, Operativer Anlagenbetreiber bei den Stadtwerken München.

Einblick in Minuten

Um den Fehler örtlich einzugrenzen, war es oft notwendig, mehrere Stationen anzufahren; einen ganzen Tag lang waren die Mitarbeiter vom Schutzteam dann unterwegs. Diese nicht mehr zeitgemäße und sehr zeitintensive Vorgehensweise gehört seit April der Vergangenheit an: Mit der Fernwirklösung RTU560 von ABB, die um die Systemdaten-Management-Software SDM600 erweitert wurde, erhalten die Techniker in München jetzt innerhalb von Minuten per E-Mail einen Kurzreport zu jeder Schutzauslösung. Über einen Webbrowser kann der Mitarbeiter des Schutzteams eine Ansicht der zugehörigen, detaillierten Störschriebe direkt abrufen. Mit dieser Lösung führen ABB und die Stadtwerke München ihre erfolgreiche Zusammenarbeit, die bereits in den 1980er-Jahren begann, fort: „In den vergangenen Jahren haben wir bereits einen Teil der Münchner Umspannwerke mit der RTU560 auf modernste Fernwirktechnik umgerüstet. Für diese konnten wir jetzt mit dem SDM600 eine optimale Ergänzung zur Auswertung der Störschriebe bereitstellen“, erläutert Frank Schimmel, Kundenbetreuer bei ABB.

Einfache Installation

Die neue Lösung spart Zeit, reduziert Kosten und überzeugt durch eine einfache Installation und Inbetriebnahme. Ein einziges zusätzliches Modul wird in den bestehenden Baugruppenträger der RTU560 eingebaut, zwei Kabel werden angeschlossen: Schon sammelt die Software Daten von jedem Schutzgerät, das den Standard IEC 61850 unterstützt. „Dass wir kein separates System mit eigenem Rechner brauchen und für das SDM600 vorhandene Infrastruktur nutzen können, ist günstig und effizient. Die Installation ist denkbar einfach, aber der Effekt umso größer“, sagt Klaus Ciecior. Daneben bietet die Software auch ein zentrales Benutzer-Management und Logging-Features: Versucht eine unbefugte Person, Zugang zu ausgewählten Bereichen zu erlangen, zeichnet SDM600 dies auf und informiert das Sicherheitspersonal über den Cyberangriff.