Der Asynchronmotor, seit einem Jahrhundert ein Arbeitstier in der Industrie, in Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagen (HLKK) sowie in Wasseranwendungen, dürfte seine Effizienzgrenzen erreicht haben. Die effizientesten Asynchronmotoren haben mittlerweile eine IE5-Einstufung. Neue innovative Motorentechnologien müssen von der Industrie bewertet und in der Praxis eingesetzt werden.
In den letzten zehn Jahren hat sich die Motorentechnologie weiterentwickelt. Viele dieser neuen Konstruktionen benötigen einen Frequenzumrichter für den Betrieb, selbst wenn keine Drehzahlregelung oder Sanftanlauf erforderlich ist. Der traditionelle schützbasierte Bypass ist dadurch keine praktikable Option mehr. Der Bypass diente als vorübergehende Notfall-Reserve bei Ausfällen des Frequenzumrichters und ermöglichte es dem Asynchronmotor, direkt am Netz zu laufen. Neue Motorkonstruktionen können nicht auf diese Weise betrieben werden.
Welche Nicht-Bypass-Lösungen können als Alternative dienen? Die Antwort hängt von der Anwendung ab. Für Pumpen- und Lüfteranwendungen gibt es Optionen wie redundante Antriebspakete oder N+1-Systeme. Da immer mehr Motorentechnologien nicht direkt am Netz betrieben werden können, werden diese Alternativen immer häufiger zum Einsatz kommen.
Ein redundantes Antriebspaket enthält zwei Frequenzumrichter anstelle eines einzigen in einem Gehäuse: einen primären Frequenzumrichter für die Pumpe oder den Ventilator und ein Backup-Gerät. Beide teilen sich die Steuersignale, wodurch sichergestellt wird, dass der Backup-Frequenzumrichter über identische Drehzahlregelungsfunktionen verfügt.
Ein N+1-System besitzt zusätzliche Systemkapazität, um den Ausfall eines einzelnen Geräts zu kompensieren, häufig durch Hinzufügen einer zusätzlichen Pumpe oder eines zusätzlichen Ventilators. „N“ steht für die Anzahl der Geräte (d. h. Pumpen oder Ventilatoren), die erforderlich sind, um den gewünschten Durchfluss zu erreichen, während „+1“ das im System vorgesehene Ersatzgerät ist.
Beispielsweise würde bei einem System, das normalerweise nur zwei Pumpen benötigt – etwa Druckerhöhungs-pumpen im Keller eines Hochhauses oder Kaltwasserpumpen für einen Kühlprozess – bei einer Auslegung mit drei Pumpen jede Pumpe über einen eigenen Frequenzumrichter verfügen. Die dritte Pumpe dient als Standby-Einheit, die aktiviert wird, wenn ein Frequenzumrichter, Motor oder eine Pumpe in diesem System ausfällt. Steuerungsstrategien rotieren in der Regel die Primärpumpen, um die Laufzeit und den Verschleiß aller drei Pumpen auszugleichen.
Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle für die Zukunft von Motoren und geht Hand in Hand mit Effizienz. Allerdings beeinflusst Nachhaltigkeit zunehmend die Motorkonstruktion, insbesondere bei Motoren mit Seltenerdmagneten. Permanentmagnetmotoren (PM-Motoren) bieten zwar einen höheren Wirkungsgrad, aber Magnete mit Seltenen Erden haben aufgrund des Abbaus und der begrenzten Recyclingmöglichkeiten erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt.
Diese negativen Aspekte treiben die Innovation hin zu Motorkonstruktionen voran, die entweder keine Magnete verwenden oder umweltfreundlichere Standard-Ferritmagnete einsetzen. Synchronreluktanzmotoren und ferritunterstützte Synchronreluktanzmotoren sind zwei Motorentechnologien, die sich zunehmend durchsetzen.