Präzision, die Megawatt möglich macht: ABB-Technologie perfektioniert die Steuerung von Installationsschiffen

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Der Ausbau der Offshore-Windenergie gehört zu den wichtigsten Hebeln der globalen Energiewende. Doch bevor Windräder auf hoher See sauberen Strom liefern können, braucht es hochspezialisierte Schiffe, die sie unter oft extremen Bedingungen sicher installieren. Genau hier setzt ein neues, zukunftsweisendes Projekt an, an dem ABB maßgeblich beteiligt ist.

Im Rahmen umfangreicher See- und Sicherheitstests hat ABB seine neue Dynamic-Positioning-Class-2-(DP2-) Regelung erfolgreich an Bord des neuen Windturbinen-Installationsschiffs Norse Wind des Offshore-Spezialisten DEME erprobt. Das Ergebnis: ein deutliches Plus an Sicherheit, Präzision und Bedienkomfort – und ein weiterer technologischer Baustein für den nachhaltigen Ausbau der Offshore-Energie.

Warum Dynamic Positioning so entscheidend ist

Windturbinen-Installationsschiffe müssen ihre Position auf offener See auf wenige Meter genau halten, oft über viele Stunden hinweg. Ankern ist in diesen Situationen meist keine Option. Stattdessen regelt ein Dynamic-Positioning-System die Schiffsbewegungen automatisch – es gleicht Wind, Wellen und Strömungen kontinuierlich aus und hält das Schiff exakt dort, wo es gebraucht wird. Die neue DP2-Lösung von ABB geht dabei einen entscheidenden Schritt weiter: Sie bietet durchgängige Kontrolle in allen Betriebsphasen, sodass kein Wechsel in einen Standby-Modus nötig ist. Das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern reduziert auch Risiken in besonders kritischen Arbeitssituationen.

Technik, die zusammenarbeitet – statt nebeneinander zu stehen

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die enge Systemintegration. ABB verbindet seine neue DP2-Funktionalität mit ABB Ability Marine Pilot Control, einer Steuerungsplattform, die Dynamic Positioning, Manövrieren und Fahrtbetrieb in einer einzigen, übersichtlichen Benutzeroberfläche vereint. Ergänzt wird das System durch Azipod-Antriebseinheiten, die für ihre hohe Manövrierfähigkeit und Effizienz bekannt sind. Für die Crew bedeutet das: weniger Komplexität, bessere Übersicht und schnellere, fundiertere Entscheidungen – gerade in Situationen, in denen jede Sekunde zählt.

Hightech im Einsatz: ABBs Brückenumgebung mit neuer DP2-Regelung während der Seefahrt. (Bild: ABB )

Sicherheit durch vorausschauende Intelligenz

Während der Seetests zeigte sich, wie stark moderne Schiffsführung inzwischen von datenbasierten Modellen profitiert. Die ABB-Lösung arbeitet mit dynamischen Schiffs- und Antriebsmodellen, die sich in Echtzeit anpassen und Veränderungen der Hydrodynamik berücksichtigen – etwa bei wechselnder Geschwindigkeit oder Seegang. Zusätzlich ist das System mit dem ABB PEMS Power- und Energiemanagementsystem gekoppelt. Das ermöglicht einen sogenannten Closed-Bus-Tie-Betrieb, der sowohl die Energieeffizienz als auch die Betriebssicherheit weiter erhöht.

Offshore-Wind als Treiber maritimer Innovation

Für DEME ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um neue Maßstäbe im Offshore-Bereich zu setzen. Windturbinen-Installationsschiffe wie die Norse Wind sind hochkomplexe Arbeitsplattformen – und zugleich ein Sinnbild dafür, wie technologische Innovationen den Ausbau erneuerbarer Energien überhaupt erst möglich machen. Auch das Schwesterschiff Norse Energi, das Anfang 2026 in Dienst gestellt wird, soll mit der neuen DP2-Lösung von ABB ausgestattet werden. Damit unterstreicht das Projekt seinen langfristigen Charakter – und die enge Partnerschaft zwischen ABB und DEME.

Technologie für eine nachhaltige Zukunft

Das Beispiel zeigt, wie moderne maritime Technologien weit über die Schifffahrt hinauswirken. Präzise Regelung, intelligente Automatisierung und benutzerfreundliche Systeme tragen dazu bei, erneuerbare Energieprojekte sicher, effizient und wirtschaftlich umzusetzen. Oder anders gesagt: Ohne Innovationen wie diese gäbe es viele Offshore-Windparks schlicht nicht. Und genau hier wird sichtbar, wie ABB mit seiner Technologie nicht nur Schiffe steuert – sondern aktiv an der Energiezukunft mitarbeitet.