Neuer Antrieb für Tagebau

Like
Bookmark

Im sächsischen Braunkohle-Tagebau Reichwalde hört man seit einigen Monaten wieder die gleichmäßigen Geräusche eines kontinuierlichen Förderbetriebs. Ein 27 Jahre alter Absetzer, der zum Abtransport und zur Ablagerung von Schüttgut beim Abbau zum Einsatz kommt, hat eine Rundum-Erneuerung der gesamten Elektrotechnik erhalten. Unter der Federführung der ABB Automation Cottbus wurde das Projekt mithilfe zahlreicher Zulieferer – vornehmlich Firmen aus der Region – für Vattenfall Europe Mining realisiert und der Absetzer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Alle Hürden überwinden

Nachdem der Absetzer Ende 2015 den Probebetrieb erfolgreich absolviert hatte, lagen hinter dem Projektteam von ABB schon viele arbeitsintensive Monate: Von April 2014 bis Mai 2015 lief bei ABB das Engineering; zwischen März und September 2015 wurde die neue Elektrotechnik montiert. „Während der langen Planungs- und Realisierungszeit konnten wir kleine und große Hürden durch unser Know-how bei der Rekonstruktion großer Geräte und Anlagen überwinden“, erklärt Frank Hain, ABB-Projektleiter in Cottbus. „Auch der Kundenwunsch, ein Leitsystem eines Mitbewerbers einzubauen, wurde problemlos umgesetzt.“

Zentrale Antriebstechnik und Diagnose

Herzstück der rekonstruierten Anlage, die bis 2005 im Einsatz und zuletzt außer Betrieb war, sind die von ABB errichteten 690-V- und 500-V-Multidrive-Umrichterschaltanlagen ACS880 der neuesten Generation und die zugehörigen Motoren etwa zum Antrieb von Aufnahme- und Abwurfbändern, der Raupenlenkung und der Fahrwerke von Abwurfgerät und Zwischenförderer. Auch das Fahrwerk des Übergabestützwagens stattete ABB mit zwei Kompaktumrichtern der ACS880-Familie aus. Alle Umrichteranlagen sind an den zentralen Diagnose-Arbeitsplatz angebunden, wo sie der Bediener mit dem neuesten ABB-Diagnosetool Drive Composer überwachen kann.

Weitere Komponenten wurden von ABB geplant und von Lieferanten beigesteuert: E-Häuser in Containerbauweise beinhalten Schaltanlagen, Transformatoren sowie Netzwerk- und Kommunikationsanlagen. Eine automatische Schütthöhenmessung und ein Absetzer-Assistenzsystem erleichtern dem Bedienpersonal die tägliche Arbeit. Die erfolgreiche Konstruktion führt ABB mit der Wartung der Elektrotechnik weiter. „Mit der Arbeitsweise von ABB sind wir aus gemeinsamen Projekten vertraut. Diese gute Zusammenarbeit, die bewährte ABB-Technik und die räumliche Nähe waren wichtige Argumente für die Beauftragung zur Modernisierung des Absetzers“, sagt Stefan Pfaffe, Projektleiter bei Vattenfall Europe Mining. „Wir sind froh, dass das Großgerät jetzt auf dem neuesten Stand und wieder im Einsatz ist.“