Die Sim-to-Real-Lücke (Simulation-to-Reality Gap) bezeichnet die systematische Abweichung zwischen simulierten Ergebnissen und dem realen Verhalten von Industrierobotern in der Produktion. Sie ist eine der zentralen Herausforderungen in der Robotersimulation, der industriellen Automatisierung und beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Fertigung.
In der Simulation werden Roboteranwendungen unter idealisierten Bedingungen entwickelt, getestet und optimiert. In der realen Umgebung wirken jedoch zusätzliche Einflussfaktoren wie Reibung, Verschleiß, Materialtoleranzen, Sensorungenauigkeiten, Kalibrierungsfehler und Umgebungsvariationen. Diese Unterschiede führen dazu, dass ein im virtuellen Modell erfolgreich getesteter Prozess in der Praxis nicht exakt reproduzierbar ist.
Die Sim-to-Real-Lücke gewinnt insbesondere mit dem Einsatz von Machine Learning und Physical AI an Bedeutung: KI-Modelle, die in der Simulation trainiert wurden, können in realen Produktionsumgebungen an Robustheit, Präzision und Zuverlässigkeit verlieren. Ohne gezielte Anpassung bleibt ihr industrieller Einsatz eingeschränkt.
Ziel ist eine möglichst nahtlose Übertragung („Transfer“) von Simulationsergebnissen in die reale Anwendung – als Grundlage für skalierbare, effiziente und KI-gestützte Robotik in der Industrie.
