Süddeutscher Mobilitätsdienstleister setzt auf intelligentes Lastmanagement für die Mobilität der Zukunft

Symbolbild für einen Elektrobus: Ein roter Reisebus, in dessen Display "Elektrik" steht.
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Die Mobilitätswende ist längst nicht mehr nur ein Thema für Großstädte. Auch regionale Verkehrsunternehmen und Flottenbetreiber investieren zunehmend in Elektromobilität, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sich für die Zukunft aufzustellen. Doch mit der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten entstehen neue Herausforderungen. Neben der Ladeinfrastruktur selbst wird insbesondere das intelligente Management von Energieflüssen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

Ein mittelständischer Mobilitätsdienstleister aus Süddeutschland hat diese Entwicklung früh erkannt. Das Unternehmen blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte im Personenverkehr zurück und hat sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Neben dem klassischen Reisegeschäft betreibt es heute elektrisch angetriebene Linienbusse im öffentlichen Nahverkehr und stellt an mehreren Standorten Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge bereit.

Mit dem Ausbau der Elektromobilität stieg jedoch auch der Bedarf an einer intelligenten Steuerung der verfügbaren Energie. Mehrere Fahrzeuge mussten gleichzeitig geladen werden, zusätzliche Partner nutzten die vorhandene Infrastruktur, und die Anforderungen an Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit nahmen kontinuierlich zu. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzt das Unternehmen auf Lösungen von ABB.

Vom Hardware-Setup zur digitalen Steuerung

Schon früh war klar, dass die Ladeinfrastruktur nur dann effizient betrieben werden kann, wenn die verfügbare Netzanschlussleistung intelligent verteilt wird. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Fahrzeugflotte und der Öffnung der Ladepunkte für externe Nutzer stieg die Komplexität des Betriebs erheblich.

Die zentrale Herausforderung bestand darin, Lastspitzen zu vermeiden, Energiekosten zu reduzieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass sämtliche Fahrzeuge zum benötigten Zeitpunkt vollständig geladen zur Verfügung stehen.

ABB war bereits beim Aufbau der Ladeinfrastruktur als Technologiepartner eingebunden und stellte zunächst die erforderlichen Hardwarelösungen bereit. Mit zunehmender Komplexität entstand der Bedarf nach einer übergeordneten Steuerungsebene. Hier fiel die Entscheidung auf ABB dynovaPRO – ein professionelles, cloudbasiertes Lade- und Lastmanagementsystem, das auch komplexe Anwendungen unterstützt und sich flexibel in bestehende Infrastrukturen integrieren lässt.

ABB dynovaPRO – Intelligentes Lastmanagement aus der Cloud

ABB dynovaPRO ist ein cloudbasiertes und herstellerunabhängiges Lastmanagementsystem zur zentralen Steuerung und Optimierung von Ladeinfrastruktur. Die Lösung vernetzt Ladepunkte, Energiespeicher und weitere energierelevante Komponenten standortübergreifend und ermöglicht deren zentrale Verwaltung.

Durch die kontinuierliche Überwachung des Netzanschlusses stellt dynovaPRO sicher, dass definierte Leistungsgrenzen eingehalten und kostspielige Lastspitzen vermieden werden. Besonders wirtschaftlich ist der Einsatz bei Anwendungen mit vielen gleichzeitig ladenden Fahrzeugen, begrenzten Netzkapazitäten oder hohen Anforderungen an die Verfügbarkeit.

Typische Einsatzbereiche sind Logistikunternehmen mit elektrischen Lkw-Flotten, Verkehrsunternehmen im öffentlichen Nahverkehr, kommunale Fuhrparks oder Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur. Dank seines modularen Aufbaus kann das System jederzeit um zusätzliche Ladepunkte, Batteriespeicher oder weitere Energiemanagement-Komponenten erweitert werden.

So funktioniert das Lademanagement in der Praxis

Gemeinsam entwickelten die Projektteams des Mobilitätsdienstleisters und von ABB eine Lösung, die sowohl die aktuellen Anforderungen erfüllt als auch zukünftige Erweiterungen berücksichtigt.

Heute verbindet dynovaPRO mehrere Standorte des Unternehmens und steuert zahlreiche Ladepunkte für eigene Fahrzeuge sowie für externe Nutzer. Die cloudbasierte Architektur ermöglicht eine zentrale Verwaltung ohne aufwendige lokale Installationen und schafft die Grundlage für einen kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur.

Ein wesentliches Merkmal der Lösung ist die Integration betrieblicher Fahr- und Einsatzpläne. Dadurch kann das System priorisieren, welche Fahrzeuge zuerst geladen werden müssen, damit sie rechtzeitig einsatzbereit sind. Parallel überwacht dynovaPRO permanent die verfügbare Netzanschlussleistung und verteilt die Energie intelligent auf die angeschlossenen Fahrzeuge.

Darüber hinaus nutzt das Unternehmen zeitabhängig definierte Leistungsgrenzen, um von netzdienlichen Tarif- und Fördermodellen zu profitieren. Das System steuert die Ladevorgänge so, dass Netzbelastungen reduziert werden, ohne die betriebliche Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu beeinträchtigen.

Weniger Kosten, mehr Planungssicherheit

Durch die intelligente Steuerung der Ladeinfrastruktur konnte das Unternehmen seine Energiekosten deutlich reduzieren und zusätzliche wirtschaftliche Vorteile aus netzdienlichen Betriebsmodellen erzielen.

Gleichzeitig werden Lastspitzen minimiert und die vorhandene Netzanschlussleistung optimal genutzt. Das Ergebnis ist ein stabiler und wirtschaftlicher Ladebetrieb, der sowohl den Anforderungen des eigenen Fuhrparks als auch denen externer Nutzer gerecht wird.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Für den Mobilitätsdienstleister war von Beginn an klar, dass die Einführung eines intelligenten Lademanagements kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess ist.

ABB unterstützte das Unternehmen dabei nicht nur mit Hardware und Software, sondern brachte auch umfangreiche Erfahrungen aus vergleichbaren Lade- und Energiemanagementprojekten ein. Gemeinsam entstand eine Lösung, die sowohl aktuelle Anforderungen erfüllt als auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigt.

„Gerade bei komplexen Ladeinfrastrukturen zeigt sich, worauf es ankommt: nicht nur Technologie bereitzustellen, sondern gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung zu entwickeln, die heute funktioniert und morgen weiter wachsen kann."

Christian Kohlmeyer, Product Owner Mobility & Sites bei ABB

Bereit für weiteres Wachstum

Die Einführung von ABB dynovaPRO bildet die Grundlage für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Zusätzliche Ladepunkte und neue Anwendungsbereiche sind bereits geplant.

Mit der skalierbaren Plattform kann das Unternehmen seinen eigenen Betrieb zuverlässig versorgen und gleichzeitig neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen – beispielsweise als Infrastrukturpartner für Logistikunternehmen, kommunale Betreiber oder weitere Flotten.

Damit zeigt das Projekt exemplarisch, wie intelligente Energie- und Ladeinfrastruktur dazu beitragen kann, Elektromobilität wirtschaftlich, zuverlässig und zukunftssicher zu gestalten. Gleichzeitig entwickelt sich die Ladeinfrastruktur zunehmend zu einem wichtigen Baustein der regionalen Energie- und Verkehrswende.