Energiemanagement im Handwerk: Brotmanufaktur spart mit ABB ASKI bis zu 17 % Energiekosten

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In vielen kleinen Handwerksbetrieben steigen die Energiekosten stetig – insbesondere in energieintensiven Gewerken wie Bäckereien. Die Münchner Brotmanufaktur Schmidt hat daher gemeinsam mit ABB ein intelligentes Energie- und Lastmanagement eingeführt, um diesem Trend entgegenzuwirken. Mit dem ABB ASKI-System steuert der Betrieb Beleuchtung, Öfen, Kühlanlagen, Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie E-Ladepunkte dynamisch. Das Ergebnis: Transparente Verbrauchsdaten, deutlich geringere Lastspitzen – und eine spürbare Kostensenkung.

 

Brotbacken ist energieintensiv, denn Öfen, Kühlaggregate und Knetmaschinen laufen in einer Backstube fast permanent. Daher sind die stetig steigenden Energiepreise ein großer Kostentreiber für Bäckereien. Denn bei Backwaren sind Kunden häufig preissensibel. „Wir können nicht einfach jedes Jahr die Preise erhöhen“, soviel stand für die Brotmanufaktur Schmidt fest. Somit gab es einen wichtigen Ansatzpunkt: Den Energieverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten kontinuierlich zu senken.

Schon vor dem steilen Anstieg der Energiekosten achtete die Brotmanufaktur jedoch darauf, Energieverbräuche möglichst gering zu halten. Aus Überzeugung – schließlich geht sie in Sachen Nachhaltigkeit seit langem voran. So werden z.B. lediglich naturbelassene, regionale Zutaten verwendet und auch die Auslieferung der Backwaren erfolgt mit Elektrofahrzeugen, geladen mit Ökostrom oder mit Strom von der firmeneigenen Photovoltaik-Anlage.

Um weitere Einsparungen zu realisieren, war die Lösung die Implementierung eines intelligenten Energiemanagementsystems. Ein System, das exakt misst, welche Geräte aktuell wieviel Strom verbrauchen – und diese Verbräuche dann aufeinander abstimmt, um teure Lastspitzen zu vermeiden. Darüber hinaus war es das Ziel, Synergieeffekte zu nutzen und dafür zu sorgen, dass z.B. die Heizung die Abwärme der Backöfen berücksichtigt – und ihre Leistung entsprechend darauf anpasst.

Energieverbrauch clever steuern – mit ABB ASKI

Auf der Suche nach einer entsprechenden Lösung entschied sich Schmidt nach einer umfassenden Marktrecherche für ABB ASKI. Die Lösung ermöglicht die Analyse und die gezielte Steuerung des Stromverbrauchs – zentral, automatisiert und in Echtzeit. Ein wichtiger Vorteil: ASKI ist mit bestehenden Maschinen kompatibel. Neuanschaffungen waren nicht notwendig. Zudem bietet das ASKI-System mit dem ALS-profi Controller eine dynamische Lastverteilung, die Lastspitzen verschiebt, ohne Betriebsabläufe zu stören. So liegen die frischen Backwaren pünktlich zur Ladenöffnung bereit – trotz optimierter Energieflüsse.

Darüber hinaus bindet ASKI auch die firmeneigenen E-Fahrzeuge samt Ladeinfrastruktur sowie das Blockheizkraftwerk (BHKW) und die Photovoltaik-Anlage in das System ein – inklusive smarter Wärmenutzung. Für Manufakturbetreiber Markus Schmidt ebenfalls entscheidend: ASKI ist einfach zu installieren und intuitiv bedienbar. Außerdem unterstützt ABB seine Kunden bei der Parametrierung. So kann sich die Manufaktur voll auf ihr Backhandwerk konzentrieren.

Intelligentes Lastmanagement

Herzstück des ASKI-Systems sind die Controller, die in der Unterverteilung montiert werden und alle relevanten Verbraucher digital steuern. Als Sensorik dienen dabei u.a. präzise Energiezähler. Die Brotmanufaktur Schmidt entschied sich für den ABB D1M 20 Einphasen-Energiezähler, der mit hoher Messgenauigkeit (Klasse 0.5) elektrische Leistung erfasst und über Modbus TCP/IP mit dem Management-System kommuniziert.

Alle Messwerte werden dann im zentralen ASKI-Portal zusammengeführt. Von dort aus kann die Software Stromerzeuger und -verbraucher gezielt koordinieren. So lässt sich das System flexibel mit vorhandenen Anlagen koppeln: Standardmäßig unterstützt ASKI beispielsweise PV-Wechselrichter, Batteriespeicher, Wärmepumpen und sogar Blockheizkraftwerke (BHKW) sowie Ladestationen für E-Fahrzeuge.

Vor allem bei Ladesäulen zahlt sich das aus: ABB ASKI kann die Ladekosten durch intelligente Verteilung der Lasten um bis zu 50 % reduzieren: Die Batterie der E-Autos werden dank ASKI vorzugsweise in Phasen niedriger Netztarife geladen.

In Zeiten hoher Last schaltet das System gerade nicht dringend benötigte Verbraucher ab. Diese automatisierte Steuerung ist für das Personal komfortabel: Die Software achtet darauf, dass der Produktionsablauf im Betrieb nicht beeinträchtigt wird. Alle Komponenten und Parameter können über ein Webinterface konfiguriert werden.

Technische Umsetzung und Integration

Die Nachrüstung im Handwerksbetrieb verlief denkbar einfach. Der ASKI-Controller wurde vom Betriebselektriker installiert und an das lokale Netzwerk angebunden. ABB übernahm die Parametrierung. Bestehende Maschinen und Anlagen blieben unverändert, denn ASKI „spricht“ herstellerunabhängig mit den Geräten.

Das Ergebnis des Projekts ist eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz. In der Brotmanufaktur Schmidt liegen nun alle Verbrauchsdaten zentral vor: Das ASKI-System sammelt und synchronisiert alle Energiedaten an einem Ort und liefert dem Team auf Knopfdruck aussagekräftige Daten.

Diese Transparenz hat es ermöglicht, Verbrauchern Kosten zuzuordnen und unnötige Lastspitzen konsequent zu vermeiden. Dadurch wurde nach einigen Monaten Betrieb der Energiebedarf der Manufaktur im Mittel um bis zu 17 % gesenkt.

Dabei profitiert auch die Netzstabilität, da ASKI Lastspitzen nicht nur überwacht, sondern durch optimale Umverteilung meist schon von vornherein vermeiden kann. Fast genauso wichtig ist für Betreiber Schmidt aber der Nachhaltigkeitsfaktor und der möglichst kleine ökologische Fußabdruck seiner Backwaren.

Übertragbarkeit auf andere Betriebe

Das Projekt in der Brotmanufaktur Schmidt ist ein Beispiel dafür, wie klassische Handwerksbetriebe von moderner Energietechnik profitieren können. Die verwendete Architektur ist modular und anlagenneutral: Gleiches Equipment lässt sich auch in Hotels, Gasstätten, Industriebetrieben oder in der Landwirtschaft einsetzen. Die wichtigsten Geräte (Zähler, Ladeinfrastruktur, Speicher, BHKW etc.) sind alle „Standard-kompatibel“ für ASKI.

So lässt sich das Energiemanagement häufig ohne große Investition integrieren und die Kosten amortisieren sich mit jedem vermiedenen Spitzenkilowatt. Wie die Brotmanufaktur Schmidt können viele Betriebe durch eine die praxisnahe Lösung wie ASKI die Energiekosten auf Dauer senken und gleichzeitig ihre Umwelt- und Klimaziele erreichen.