Zukunftssichere Heizungsregelung für Schulgebäude: KNX-Lösung von ABB in Neusorg

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Mit einer offenen KNX-Heizungsregelung modernisierte die Fichtelnaabtal Grund- und Mittelschule in Ebnath Neusorg ihre Gebäudetechnik grundlegend. Das Ergebnis ist eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung für 21 Klassenräume, die Sporthalle und die Warmwasserbereitung, energieeffizient, GEG 2024 konform und zentral steuerbar.

Typische Schule, typische Herausforderung

Wenn morgens die ersten Klassenzimmer genutzt werden und am Nachmittag die Sporthalle noch in Betrieb ist, muss die Heizungsanlage einer Schule sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Manche Räume werden nur stundenweise genutzt, andere durchgehend beheizt. Genau diese wechselnden Nutzungsprofile machen Schulgebäude energetisch anspruchsvoll.

Hinzu kommt, dass viele Schulen in Deutschland aus den 1970er-Jahren stammen. Die Gebäude selbst gelten oft noch als robust und funktional. Die technische Infrastruktur entspricht jedoch vielfach nicht mehr heutigen Anforderungen. Veraltete Heizungs- und Regeltechnik, steigende Energiekosten sowie die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2024) erhöhen den Modernisierungsdruck auf Kommunen erheblich.

Die Fichtelnaabtal-Grund- und Mittelschule in Ebnath-Neusorg ist ein typisches Beispiel für diesen Gebäudetyp und damit stellvertretend für viele kommunale Bestandsgebäude in Deutschland.

„Schulen gehören zu den anspruchsvollsten Gebäuden bei der Heizungsregelung, weil sich Nutzung und Wärmebedarf ständig verändern. Unser Ziel war deshalb eine Lösung, die transparent, einfach bedienbar und langfristig wirtschaftlich ist.“

Ralph Christoph, Projektleiter bei ABB.

Heizungsregelung als Schlüsselfaktor

Im Zuge der Modernisierung suchten Bauherr und Planungsbüro nach einer Lösung, die den tatsächlichen Wärmebedarf im Gebäude präzise abbildet und zugleich wirtschaftlich betrieben werden kann. Statt fixer Vorlauftemperaturen und manueller Eingriffe sollte die neue Heizungsregelung flexibel auf wechselnde Nutzungen reagieren.

Gefordert waren außerdem eine zentrale und transparente Bedienung mit Fernzugriff für den Hausmeister sowie eine offene Systemarchitektur, die spätere Erweiterungen ermöglicht.

Die Lösung: Ein KNX-System mit ClimaECO

Bauherr und Planer entschieden sich für eine offene Heizungsregelung auf KNX-Basis mit dem ClimaECO-System von ABB. Zum Einsatz kamen unter anderem ABB i-bus® KNX Komponenten wie der Logik- und Applikationscontroller AC/S, der Heizungscontroller HCC/S und KNX-Ventilsteuerungen vom Typ VC/S. Die durchgängige KNX-Systemarchitektur ermöglicht eine herstellerunabhängige, flexibel erweiterbare und wirtschaftlich nachhaltige Gebäudeautomation.

Einzelraumregelung mit präziser Sensorik

In allen relevanten Bereichen erfassen PT1000-Raumtemperaturfühler kontinuierlich die aktuellen Temperaturen. Über die KNX-Ventilsteuerungen VC/S werden die Heizkörper zonenweise geregelt.

Alle Messwerte laufen zentral im ABB i-bus® KNX Logik- und Applikationscontroller AC/S zusammen. Dort werden nicht nur die Regelstrategien verarbeitet, sondern auch Betriebsdaten gespeichert und analysiert. So lässt sich die Anlage langfristig optimieren und an veränderte Nutzungsanforderungen anpassen.

Für den Schulalltag bedeutet das: Wärme wird nur dort bereitgestellt, wo sie tatsächlich benötigt wird. Leerstehende Räume müssen nicht unnötig beheizt werden, während der Komfort in genutzten Bereichen konstant hoch bleibt.

Intelligente Vorlauftemperaturregelung

Die Sollwertberechnung erfolgt dynamisch im AC/S – abhängig von der Außentemperatur und dem aktuellem Wärmebedarf der einzelnen Räume. Der berechnete Wert wird anschließend an den Heizungscontroller HCC/S übertragen. Dadurch arbeitet die Anlage konsequent bedarfsorientiert: Sinkt der Wärmebedarf im Gebäude, reduziert sich automatisch auch die Vorlauftemperatur. Energieverluste lassen sich so deutlich minimieren.

Die Anlage erfüllt damit die Effizienzanforderungen des GEG 2024 und unterstützt einen wirtschaftlichen Betrieb der gesamten Heizungsanlage.

Integration von Warmwasser und Sporthalle

Auch die Warmwasserbereitung wurde vollständig in das KNX-System integriert. Ein 500-Liter-Pufferspeicher mit Ladepumpe wird temperaturgeführt geregelt. Bei einer Temperatur über 60 Grad Celsius schaltet sich die Ladepumpe ab. Sinkt sie unter 50 Grad Celsius, wird sie aktiviert. Alle Betriebsdaten stehen zentral im System zur Verfügung.

Die Sporthalle wird über ein Umluftsystem mit Ventilator und Heizregister beheizt. Die Regelung erfolgt über Raumtemperaturfühler. Die Messwerte werden im KNX-System erfasst und im AC/S zur historischen Auswertung gespeichert. Dadurch lässt sich das Betriebsverhalten langfristig analysieren und optimieren.

Transparente Bedienung und Fernwartung

Die gesamte Anlage wird über ein Busch-SmartTouch® 10″-Display gesteuert. Der Hausmeister kann Betriebsarten anpassen, Zeitprogramme definieren und den Anlagenstatus zentral überwachen.

Über den KNX AppControl Server ist zusätzlich ein Fernzugriff möglich. Störmeldungen werden direkt auf mobile Endgeräte des Hausmeisters übertragen, sodass schnell reagiert werden kann. Gleichzeitig sorgt die zentrale Visualisierung für mehr Transparenz im Betrieb und vereinfacht Service sowie Wartung der Anlage. Die einheitliche Bedienoberfläche erleichtert den Betrieb erheblich – vom Heizungsraum bis zum einzelnen Klassenraum.

„Entscheidend für den Projekterfolg war die enge Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Planungsbüro und ausführenden Partnern. So konnte eine Lösung entstehen, die nicht nur technisch funktioniert, sondern sich auch im laufenden Schulbetrieb praxistauglich umsetzen lässt.“

Ralph Christoph

Übertragbare Lösung für kommunale Bestandsgebäude

Die Installation und Inbetriebnahme erfolgten schrittweise im laufenden Schulbetrieb. Heute arbeitet die Anlage stabil, bedarfsorientiert und transparent nachvollziehbar. Die Vorlauftemperaturen werden dynamisch angepasst, die Pumpen laufen nur bei Bedarf und unnötiger Energieeinsatz wird vermieden.

Das Projekt in Neusorg zeigt exemplarisch, wie sich viele kommunale Bestandsgebäude energetisch modernisieren lassen – wirtschaftlich, schrittweise und mit überschaubarem Aufwand.

Insbesondere Schulen aus den 1970er-Jahren stellen deutschlandweit einen großen Bestand dar. Offene Systemlösungen wie KNX und ClimaECO bieten Kommunen die Möglichkeit, diese Gebäude technisch zukunftsfähig auszurichten und Energieeffizienz, Transparenz sowie Bedienkomfort nachhaltig zu verbessern.